Die kälteste Kapitale der Welt

Von Simone Wahli - Auf unserer Fahrt von Irkutsk nach Ulan Bator wurden wir auf der Strecke zwischen dem russischen Grenzdorf Naushki und der mongolischen Grenzstadt Suche Bataar Zeugen eines ausschweifenden Medikamentenschmuggels, unter anderem in unserem Zugabteil. Dieser wird offenbar nicht nur vom Zugpersonal rege unterstützt, sondern auch von den Zollbeamten toleriert.

Ulan Bator hiess uns bei unserer Ankunft morgens um 6 mit Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt willkommen. Schon bei einem ersten Streifzug durch …

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Potemkinsche Dörfer und wirkliche Schätze

Von Simone Wahli - Obwohl man bzw. frau in jeglichem Reiseführer davor gewarnt wird, auf den Strassen Petersburgs und Moskaus Highheels zu tragen, stöckeln Russinnen jeden Alters auf gefährlich hohen Hacken über das marode Pflaster. Das Modediktat ist generell ein extrem Westliches, wobei alles brandneu zu sein hat, da es andernfalls als altmodisch gilt. So schaffen es Modeketten wie Morgan und Tom Taylor, die bei uns eher zu den Billiganbietern gehören, in Russlands berühmtestes Kaufhaus …

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Der verlorene Mystiker – Nachruf auf Yogi Bhajan

Von Lukas Vogelsang - Am 6. Oktober 2004 ist Yogi Bhajan in Espanola, New Mexiko, im Alter von 75 Jahren gestorben. Nur wenigen LeserInnen wird dieser Name ein Begriff sein – einfacher ist es, wenn wir den hier bekannten Yogi Tea nennen. Golden Temple Products haben sich in der Schweiz schon seit Jahren in den Regalen von Bioläden und Reformhäusern niedergelassen. Atem-​Tee, Männer-​Tee, Frauen-​Tee,… sind uns zuweilen schon einen Begriff. Und auf diesen Verpackungen hat …

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Besuch beim alten Herrn

Von Andrea Baumann - Steile, verschlungene Strässchen führen vom Bahnhof Neuenburg ins Centre Dürrenmatt hinauf, das oberhalb des Neuenburgersees zuhause ist. Auf der Suche nach Ruhe und Konzentration, entdeckte Friedrich Dürrenmatt 1952 dieses Bijoux, wohin er sich bis zu seinem Tode zurückzog. Die Existenz des Centre Dürrenmatts ist Dürrenmatts zweiter Frau Charlotte Kerr zu verdanken. Acht Jahre hat sie dafür hart gekämpft. Sie hat das Grundstück und das erste Haus Dürrenmatt’s in Neuenburg zur Verfügung …

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Der gefühlte Untergang: Eisbären in der Umweltkunst

Von Michael Engelhard - Falls eines der Ziele der Kunst die Veränderung unserer Wahrnehmung, unseres Denkens und unserer Handlungsweisen ist, kann sie es sich nicht leisten unpolitisch zu sein, und soziale oder wirtschaftliche Entwicklungen zu ignorieren. Bryndís Snæbjörnsdóttir und Mark Wilson, die Kuratoren der Ausstellung «nanoq: flat out and bluesome» (2004), die das «kulturelle Leben nach dem Tode» ausgestopfter Eisbären thematisiert, fassen einen releativ neuen Bewusstseinswandel folgendermassen zusammen: «In den letzten zehn Jahren hat sich …

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Wo Stars und Sternchen ihre Oase haben

Von Salvatore Pinto - Lino De Martino ist ein einfacher Mann. Der Sohn einer Fischerfamilie ist ein echter Caprese. Er ist stolz auf seine Heimatinsel und liebt es, in seinem Restaurant Schauspielerinnen, Leute aus dem Showbusiness, Politiker und Industrielle mit rustikalem Essen zu versorgen. «Harrison Ford, Demi Moore, Roger Federer …  alle schon einmal da gewesen», sagt er. «Und ja, sie kommen immer wieder.»

Lino De Martino, du bist der Besitzer des vermutlich schönsten Restaurants
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Belles Vues im Belles Rives

Von Lukas Vogelsang - Die Côte d’Azur ist noch immer ein Traumferienziel mit grosser und berühmter Vergangenheit. Obschon: Wenn man an der Küste einfährt, ist man ernüchtert über die bauliche Arglosigkeit, mit welcher die Franzosen ihren geschichtsträchtigen Pilgerstreifen verunstaltet haben. Manchmal ist es schwierig, zwischen Ruinen und noch bewohnbaren Hotels oder Residenzen zu unterscheiden, und die Einwohner hausen in hässlichen Blöcken. In Antibes, genauer in Juan les Pins, steht eine nie fertiggebaute Monsterruine schon seit …

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Alien: Isolation – der Film im Videospiel

Von Andreas Meier - Das Übersetzen eines Stoffes in ein anderes Medium ist keine neue Herausforderung, doch kaum irgendwo hat sie so viel Mist produziert wie an der Schnittstelle zwischen Film und Videospiel. Spätestens seit dem berüchtigten E. T. – Spiel von 1982, von dem hunderttausende unverkaufte Exemplare in New Mexiko verschüttet wurden, haben Filmadaptionen einen schlechten Namen. Das hat einerseits sicher damit zu tun, dass die Publisher darauf hoffen können, dass der Markenname alleine …

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Zagreb – die junge Stadt mit dem schönsten Namen

Von Lukas Vogelsang – Was für ein schöner Name: «Zagreb». Anfang Juni, auf der Reise in die alte kroatische Hauptstadt und die jüngste Hauptstadt Europas, wächst meine Erwartung. Man vermutet, dass der Name von «Wasserschöpfen» (zagrabiti) stammt – die Wortquelle könnte aber auch «hinter dem Berg» geheissen haben. Ich finde «schöpfen» schöner, und male mir in der Fantasie ein paar Bilder dazu aus. Während der Fahrt zum Hotel ist in der Dunkelheit nichts zu erkennen.

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Der neue Laufsteg der Welt liegt auf Capri

Interview und Bilder: Salvatore Pinto – Guido Lembo ist in unseren Breitengraden kaum ein Begriff. Zum Teil ist er es auch nicht für den italienischen Durchschnittsbürger. Bekannt ist Lembo jedoch beim Jet Set, der «auf Capri ein und ausgeht, weil er hier ungestört sein und die wohlverdiente Ruhe geniessen kann», sagt er gegenüber ensuite-​kulturmagazin.

Guido Lembo, Capri ist zu einer In-​Destination für den Jetset geworden. Vermutlich weil man weiss, dass da Lembo zuhause ist? Mit
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Sotheby’s Senior Director versteigert Wein im Wert von 202’700 Euro für die Fondation Beyeler

(Pressetext) Basel, 23. April 2015: In diesem Jahr hat ORNELLAIA den Schweizer Künstler John Armleder eingeladen, die siebte Edition des Projekts Vendemmia d’Artista unter dem Motto „L’Incanto” („Der Zauber“) zu gestalten. Das 2009 aus der Taufe gehobene Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, für jeden Ornellaia Jahrgang einen weltbekannten zeitgenössischen Künstler zu beauftragen, den einzigartigen Charakter der betreffenden Lese zu interpretieren.

ORNELLAIA war am 23. April Gastgeber einer Wohltätigkeitsauktion, bei der 9 Lose aufgerufen wurden. Diese …

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Creepy Creatures

By Antonia Steger

Wenn Banken systemrelevant sein können, möchte ich einmal sagen: Kunst und Kultur sind auch systemrelevant. Man könnte Paul Granjon als Beispiel dafür nehmen.

Der französische Künstler-​Erfinder-​Entertainer bastelt vom süssen Roboter bis hin zur selbständigen Schiessmaschine so ziemlich alles an merkwürdigen Kreaturen und singt zu ihrer Präsentation ulkige Lieder. Angefangen hat Paul Granjon mit der «cybernetic parrot sausage» – einer Wurst, welche nachplappert, was man zu ihr sagt und dabei wie gestört mit …

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