Gessnerallee: Unverständlicher Aufschub der Mittleren Bühne
[Pressetext Gessnerallee] Theaterrat und –leitung Gessnerallee haben mit Konsternation davon Kenntnis genommen, dass der Stadtrat beschlossen hat, die Mittlere Bühne, deren Bau Stadt und Theaterhaus gemeinsam von langer Hand vorbereitet haben, um fünf Jahre aufzuschieben. Den spärlichen Informationen, die der Stadtrat zum Thema bekannt gegeben hat, ist lediglich eine finanzpolitische Begründung des Entscheids zu ntnehmen.
Aus kulturpolitischer Sicht ist festzuhalten, dass die Mittlere Bühne von Beginn weg Teil des Gesamtkonzepts Theaterhaus Gessnerallee war. In den letzten Jahren sind in dieser Hinsicht erhebliche Investitionen getätigt worden, namentlich der Bau der neuen, zweckmässigen Werkstatt und der Neubau der Bar im Stall6. Es ist unverständlich, wenn jetzt der für die Mittlere Bühne vorgesehene Teil des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes an bester Lage ungenutzt bleibt, umso mehr, als das kontinuierliche Wachstum der Umsatz- und Besucherzahlen des Theaterhauses Gessnerallee die Enge der zur Verfügung stehenden Räume schonungslos aufzeigt, was namentlich die Veranstaltung internationaler Festivals empfindlich beeinträchtigt. Dass die freie Tanz- und Theaterszene, deren Qualität im In- und Ausland grosse Beachtung findet und die anerkanntermassen einen wesentlichen Beitrag zur Attraktivität und Aussenwahrnehmung des Standorts Zürich leistet, in ihrem Aufschwung gebremst wird, ist gerade in der derzeitigen Situation bedauerlich.
Die Verantwortlichen des Theaterhauses Gessnerallee haben Verständnis dafür, dass der Stadtrat auf die Finanzkrise reagieren muss. Ein Aufschub des Bauvorhabens um ein Jahr könnte aus unserer Sicht toleriert werden. Hingegen würde ein Aufschub um fünf Jahre den ganzen Aufwand, der bisher von Stadtverwaltung und Theaterhaus für dieses wegweisende Projekt erbracht worden ist, in Frage stellen und möglicherweise gar zunichte machen. Dies liesse sich weder kultur- noch finanzpolitisch rechtfertigen.










