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Bern: Leserbriefposse Kultur, Serie 501 // «Bund» vom 20.12.08

2. Januar 2009 91 views

Peter Burkhart erhält den Kulturpreis der Burgergemeinde Bern. Das ist toll. Es ist verdient; die Berner Kultur verdankt der Mühle und ihrem Müller viel. Beim vollmundigen Reden über Kulturförderung und eigene Finanzen nimmt es Peter Burkhart leider nicht so genau, wie er es von den anderen verlangt. So sagt er, die Mühle werde, «um die Unabhängigkeit zu wahren», ohne Gelder der öffentlichen Hand betrieben, mit Ausnahme des Beitrags der Gemeinde Rubigen.

Ganz so ist es nicht. Die Mühle Hunziken erhält 2008 und für die kommenden drei Jahre von Rubigen 35000 Franken. Davon übernimmt die Gemeinde 10000 Franken; die anderen 25000 gehen im Verbund der Regionalen Kulturkonferenz RKK Bern zulasten aller anderen 81 Gemeinden der RKK. Das bedeutet, der Unterstützungskreis ist bedeutend weiter, als Peter Burkhart das wahrhaben will. Und was die Unabhängigkeit betrifft: Niemand hat so sehr für diese Subvention geweibelt wie Burkhart. Welche Gratwanderung: Die Subvention einfordern, die Unabhängigkeit herausstreichen.

Was das Kornhausforum betrifft: Danke für das medial vermittelte Angebot. Aber: Obwohl die Subvention der Stadt gegenüber früher um ein Drittel oder 320000 Franken geringer ist, so genügt sie doch just für ein aktuelles und attraktives Programm in Gestaltung und Gesellschaftsfragen, auf die Stadt und die Region bezogen. Erstaunlich, dass ausgerechnet der vermeintliche Subventionsverächter das anders sieht.

Isabelle Meyer, Geschäftsführerin Regionale Kulturkonferenz Bern, Christoph Reichenau, Präsident Kornhausforum

(Anm. der Red.: Im Gespräch mit dem «Bund» deklarierte Peter Burkhart, aus welchen Geldern sich der Beitrag der Gemeinde Rubigen zusammensetzt. Die Reaktion verkürzte den Sachverhalt.)


Antwort auf den Leserbrief vom 20.12.2008, von Herrn Christoph Reichenau, Präsident Kornhausforum und Frau Isabelle Meyer, Geschäftsführerin Regionale Kulturkonferenz Bern.

Ihr Zitat «um die Unabhängigkeit zu wahren» steht in keiner Zeitung und unterstellt mir eine Aussage die ich nie gemacht habe. Was für ein Vorwand, Ihrem Frust freien Lauf zu lassen. Welch vollmundige Gratwanderung: Öffentlich loben, die Diffamierung gleich anhängen. Weshalb wiederholen Sie unablässig meine Unabhängigkeit? Nervt Sie Unabhängigkeit? Können Sie sie nicht leiden? Und weshalb sprechen Sie andauernd von einer Subvention und nicht von einem Butterbrot? Ich liebe Butterbrote und die Mühle Hunziken bekommt für ein Konzert weniger Unterstützung als das Stadttheater für einen Besucher.

Was das Kornhaus betrifft: Sieht es der vermeintliche Subventionsverächter tatsächlich anders: Es geht vor allem um die Zukunft des Forums und nicht um den selbsternannten Präsidenten. Obschon seine Metamorphose vom Totengräber zum Retter des Forums Hochachtung verdient. Suchen wir lieber nach Gemeinsamkeiten die uns zwei Rentner verbinden. Zum Beispiel: Ich bin der zweite Sohn eines Bauunternehmers und Sie hinterlassen so viele Baustellen wie kein Zweiter. Und beide haben gelernt: Etwas verlochen oder aufbauen sind zwei paar Schuhe. Im Klartext: Subventionen wie Steuergelder, man kann sie verlochen oder damit auch aufbauen. Man kann sie verteilen oder auch wegnehmen. Als Kultursekretär hatten Sie damit nie Probleme.
Es war immer ein Geben und Nehmen.

Aber liest mir überhaupt noch jemand zu? Trotzdem:

Die Selbsthilfegruppe für Reichenau Geschädigte Bern (SRGB) hat mich ermutigt, vermehrt Tacheles zu reden und ab und zu eine Episode aus der Vergangenheit mit Ihnen aufzuarbeiten.

Wohlan denn, Herr Alt-Kultursekr.: Beginnen wir bei der Kaffeekasse, Abteilung Kulturelles. Oder wieder einmal beim Mietzins der Dampfzentrale. Im Bund-Artikel vom 2. März 2007 verweisen Sie auf das Jahr 2004, als die Dampfzentrale in der Krise war und die Stadt ihr den Mietzins von 30‘000 Franken jährlich erlassen hat. Im Jahr 2007 wurden 337‘000 Franken Miete bezahlt jedoch nie als Subvention ausgewiesen und heute lesen wir in der «Strategie für die städtische Kultur-förderung », Seite 50 unter Dampfzentrale, Fussnote 2: Zusätzlich Miete Franken 593‘504.40 zu Lasten Aufwand Abteilung Kulturelles. Das heisst: Eine Zinserhöhung in vier Jahren um rund 2‘000%. Von solch galoppierenden Wertberichtigungen einer Liegenschaft wagen die verzocktesten Börsianer nicht zu träumen. Haben Sie noch Träume? Gut so.

Und nun zu Ihnen liebe Frau Meyer, wenn ich Sie endlich auf der Homepage habe.

Ich weiss, auch Sie legen gerne alte Platten auf – wie wärs mit dem Kinderlied aus den 60ern von Mani Matter «Dr Hansjakobli und s Babettli»? Genau: «hei mit‘em Chuchi-Taburettli …» Und weiter im Text: «Es isch nid jede wie ds Babettli, so harmlos uf sim Taburettli, drum lueget, das wi Hansjakobli, gäng eine ungerufe doppli.» Bitte aufstehen und lauthals mitsingen: «I wett fasch säge, d‘Wält wär freier, wenn meh würd grüft „He-he Frou Meier“». Danke.

Peter Burkhart Mühle Hunziken

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