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Zwei hinreißend verdorbene Miststücke ("Heartbreakers")

20. April 2009 52 views

Da kann man(n) schon mal verzweifeln: Endlich hat Dean (Ray Liotta) seine Angebetete vor den Altar geführt, und nach einer feucht-fröhlichen Party steht nun die Hochzeitsnacht an. Höchste Zeit für Dean, der sich wegen der hehren religiösen Prinzipien seiner Verlobten mit dem Sex hat gedulden müssen – dementsprechend steht ihm der Saft schon bis zu den Ohren. Aber ach: Die Braut hat zu tief ins Glas geschaut und schläft nur vor dem Vollzug ein – und ist am nächsten Tag dementsprechend verkatert. Um sich etwas abzulenken, verschwindet Dean ins Büro – und stolpert dort über seine neue, ziemlich tief dekolletierte Sekretärin. Es kommt wie es kommen muss: In einer höchst verfänglichen Situation verfängt sich die Mähne der Sekretärin im Hosenschlitz des Bräutigams, und das just in dem Moment, in dem die Braut vom Kater wieder genesen ist und beschlossen hat, den Gatten im Büro zu besuchen. Schneller, als man «Ehevertrag» sagen kann, sitzt Dean beim Scheidungsanwalt, ist wieder Single und obendrein 300.000 Dollar Abfindung und seinen Mercedes los. Dumme Sache.

Was der reumütige Gatte nicht weiß – er ist soeben höchst elegant aufs Glatteis geführt worden. Braut Max (Sigourney Weaver) und Sekretärin Page (Jennifer Love Hewitt) sind in Wirklichkeit Mutter unbd Tochter – und ein höchst ausgebufftes Betrügerinnenduo. Und Dean ist nicht der erste reiche Mann, der den beiden Grazien auf den Leim gegangen ist.

Und er soll auch nicht der letzte bleiben. Just in dem Moment, als sich Page von ihrer Mama absetzen will um sich als Heiratsschwindlerin selbstständig zu machen, bekommen die Ladies Probleme mit der Steuer in Gestalt der Beamtin Gloria Vogal (Anne Bancroft), die ihnen mal flugs das Konto leer räumt. Es muss also wieder Kohle ran. Ein Opfer ist auch rasch gefunden: Der kettenrauchende Multimillionär William B. Tensy (W.C.Fields stand Pate: Gene Hackman), den Max als russische Femme Fatale Olga zu betören versucht. Und dabei soll der Verzehr eines Steak Tatar für die überzeugte Vegetarierin noch das kleinste Opfer bleiben…

Währenddessen schmiedet Töchterlein heimlich eigene Pläne. Page will ihrer Übermutter beweisen, dass sie es auch alleine zu Geld bringen kann und sucht sich ein eigenes «Opfer» Dabei stößt sie auf den netten Barbesitzer Jack (süß: Jason Lee), der der ruppigen Gangsterbraut bald mehr bedeutet als nur eine Einkommensquelle…

Eigentlich bleibt nicht viel mehr zu sagen als: «Heartbreakers» ist eine perfekte Wahl für den nächsten Mädels-DVD-Abend. Es macht einfach einen Heidenspaß zu sehen, mit was für raffinierten Tricks die Ladies die Männer (und nicht nur die) aufs Kreuz legen. Die Besetzung ist bis in die Nebenrollen wunderbar und strotzt nur so vor Spielfreude (Sigourney Weaver und Gene Hackman liefern hier die besten Szenen). Manchmal mögen die Gags ein wenig vorhersehbar sein und leider Gottes wurde auch hier ein klein wenig Fäkalhumor eingebaut, der Charme und das perfekte Gefühl für Timing machen das aber mehr als wett. Überraschend hier vor allem Jennifer Love Hewitt, die ja in puncto Schauspielqualität bisher immer nur mittelmäßig bis schlecht auffiel. Als Page rennt sie zwar die meiste Zeit in zu engen und zu kurzen Klamotten durch die Gegend (ich würde morden für so eine Figur), macht sich aber nicht schlecht und darf zur Abwechslung auch mal eine etwas «bösere» Figur spielen nach all den vielen Mädchen von nebenan (Ok, «Ghost Whisperer» mal ausgenommen, aber der kam später).

Auf jeden Fall ist «Heartbreakers» trotz des bemüht zweideutigen deutschen Titels («Achtung: Gefährliche Kurven!») eine Bombenkomödie mit vielen wirklich guten Gags, einem hochklassigen Ensemble und einem Schuß Romantik – definitiv ein Tip zum Ansehen!

Auf meiner offiziellen Lieblingsfilmliste bekommt der Streifen denn auch 8 von 10 möglichen Punkten.

Bare Facts:

Originaltitel: «Heartbreakers», USA 2001
Regie: David Mirkin
Buch: Albert Dunn, Paul Guay
Darsteller: Sigourney Weaver, Jennifer Love Hewitt, Gebe Hackman, Ray Liotta, Jason lee
Lauflänge: 123 Minuten
Altersfreigabe: freigegeben ab 12 Jahren

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