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Das Mädchen – das unbekannte Wesen

20. April 2009 76 views

Jaja. Wie oft hat man es von den eigenen Eltern oder anderen Mitmenschen zu hören bekommen – «Einmal noch 18 (17, 16, 15…) sein!» Manchmal auch mit dem weisen Zusatz «Aber mit dem Wissen von heute!». Wenn man sich nämlich richtig erinnert, war die Teenagerzeit (speziell in sexueller Hinsicht) doch durchaus mal von Pleiten, Pech, Pannen und Frustmomenten geprägt.

Und weil das heute mitunter auch nicht großartig anders ist, möchte ich allen jungen und auch Mädchen im besten Alter diesen netten kleinen Film ans Herz legen. :D

Inken (Diana Ampft), Lena (Karoline Herfurth) und Vicky («Lolle» Felicitas Woll) sind um die 18, dicke Freundinnen und haben alle das gleiche Problem: Sie hatten noch nie einen Orgasmus!!! Angestachelt von Schulzicke Cheyenne (Arzu Bazman), die in der Umkleidekabine von ihren diversen multiplen Orgasmen schwärmt, versuchen die drei Mädels alles, um selber «ans Ziel» zu kommen…

Sehr angenehm ist bei diesem Film schon einmal, dass die Darsteller im Gegensatz zu den amerikanischen American-Road-Trip-Teenmovie-Akteuren durchaus glaubwürdig als Schüler sind. Kein Shannon-Elizabeth-Hardbody Model und auch keine durchtrainierten Sixpack-Jungs (obwohl Zuschauer beiderlei Geschlechts durchaus Lechz-Momente geboten bekommen), sondern ganz durchschnittlich hübsche Mädels und Jungs, wie man sie wohl an jedem Gymnasium finden würde.
In Richtung Realismus und Glaubwürdigkeit ebenfalls positiv zu bewerten ist der Umstand, dass die Hauptfiguren im Gegensatz zum offensichtlichen Vorbild «American Pie» durchaus schon einige Erfahrungen in Sachen Sex haben – nur eben nicht die besten :DD

An eben diesen Erfahrungen dürfen die Zuschauer mit großem Amüsement teilhaben. Dabei geht es erwartungsgemäß nicht immer ganz artig zu :oops: Wer sich an freizügigen Gesprächen über Sex (Wobei man sich angesichts solcher Dialogzeilen wie «Ich hab heute gehört, dass man erstmal einen Höhepunkt haben muss, um einen Orgasmus zu kriegen» fragt, ob die Damen schon mal was von «BRAVO» gehört haben), Orgasmen auf dem Fahrradsattel, Dauererektionen und zu engen Penisringen stört, der ist in diesem Film eindeutig falsch. Gleiches gilt für Leute, bei denen Kino zwangsläufig mit «Niveau» übersetzt werden muss.

Allgemein muss man sagen, dass sich «Mädchen Mädchen» von der Einheits-Teen-Kinoware aus Amerika wohltuend frisch und frech abhebt. Zwar sind einige Ideen durchaus von erfolgreichen Vorbildern wie «American Pie» abgekupfert, jedoch ist dieser Film wesentlich besser gespielt und trotz höherer (!!!) Sexdichte («Inken» Diana Ampft hat gar eine Nacktszene)auch wesentlich weniger ordinär. Herrlich unverkrampft wird hier über das sexuelle Erwachen der drei charmanten Hauptfiguren gewitzelt, die von Ampft, Woll und Herfurth wunderbar und immer glaubwürdig dargestellt werden. Die tolle Regie von Jung-Regisseur Dennis Gansel („Die Welle“) tut ihr übriges. Wieder einmal beweist er ein großes Gespür für das Seelenleben seiner jungen (in diesem Fall weiblichen) Hauptfiguren.

Nur an zwei Stellen muss ich mal mahnend den moralischen Zeigefinger heben –

1. Jemand der volltrunken ist Auto fahren zu lassen ist nicht lustig!! Auch wenn die betreffende Person auch in nüchternem Zustand nicht besser fährt *g* ist der Gag unnötig und nicht grade ein gutes Vorbild für Fahranfänger. Bin ich jetzt spießig? ;-)

2. Was soll man für eine Botschaft aus dem Film mitnehmen? Dass Mädels erst richtig Power haben, wenn’s im Bett richtig abgeht? Neeeeeeeeeeee, Herr Gansel…jetzt hab ich Ihnen grade ein Kompliment für das tiefergehende Verständnis ihrer weiblichen Figuren gemacht und nun das….das ist ja wohl ewiggestrig.

Trotz dieser kleinen Mankos kann ich den Film, so weit man Lust auf eine schöne Mädelskomödie hat, wirklich empfehlen. „Mädchen Mädchen“ bietet zwar keine hochgeistige Unterhaltung, aber dafür eine Menge Spaß. Und ab und zu darf es doch gerne mal etwas leichtere Filmkost sein, oder? 

Also Mädels – wenn euch euer Liebesleben mal wieder frustriert….ladet euch ein paar Freundinnen ein, schmeißt diese Scheibe in den Player und lacht die Probleme einfach weg – und übrigens, pfeift auf die miesen Kritiken, die ab und zu im Internet rumgeistern (und, wie es der Zufall so will, meist von Männern verfasst wurden) – dieser Film rockt und macht einfach Spaß! :DD

Ich vergebe höchst lustvolle 8 von 10 Punkten!!!

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