Zum Ende von bee-​flat (2004)

Von bee-​flat (Pressetext) - In der Berner Musiker-​Szene ist es unterdessen kein Geheimnis mehr: bee-​flat wird auf Ende Dezember 2003 hin seinen sonntäglichen Konzertbetrieb und seine Disco «Future Sounds of Jazz» einstellen. Für uns von bee-​flat ist es kein leichter Entscheid, haben wir doch in den drei vergangenen Jahren insgesamt etwa dreissig Discos mit Live-​Musikern und über hundert Konzerte im Bereich Jazz und Weltmusik durchgeführt. Zu den Konzerten durften wir durchschnittlich gegen 170 Gäste begrüssen. …

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Männer auf dem Vormarsch

Von Klaus Bonanomi - Wie wird der Bundesrat nach dem 10. Dezember aussehen? Mit Christoph Blocher oder mit Franz Steinegger, mit der SVP oder ohne sie, mit den Grünen oder gar ohne die SP? Welche Variante wäre die beste, welche die wahrscheinlichste, und welches wäre das Worst-​Case-​Szenario? Allerlei taktische und strategische Überlegungen machen derzeit die Runde, und bis zur Nacht vor dem Wahltag bleibt noch viel Zeit für Rechnereien, Kulissenschiebereien und Nebelpetarden. Nur eine Frage …

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Big Brother am Handgelenk

Von Klaus Bonanomi - Auf unsere Uhrenindustrie sind wir in der Schweiz zu Recht stolz. Uhren im Wert von 10,6 Milliarden hat die Schweiz im letzten Jahr exportiert – von der modischen Swatch bis zur traditionsreichen Rolex, vom tiefseetauglichen Chronographen über die elegante Luxusuhr mit dem silbernen Bracelet bis hin zu der Präzisionsuhr, deren Zifferblatt sämtliche Mondphasen bis ins übernächste Jahrhundert angibt: Meisterwerke der Feinmechanik und der Elektronik. Und dann gibt es im Neuenburger Observatorium …

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20 Jahre – und ein bisschen weise?

Von Klaus Bonanomi - 1. November 1983, Null Uhr Nullnull: Die Glocken der Heiliggeist-​Kirche schlagen Mitternacht und läuten ein neues Kapitel in der Schweizer Mediengeschichte ein. Das Glockengeläut wird auf Radio ExtraBE direkt übertragen; danach folgt eine erste Ansage, ein erstes Stationssignet, der erste Song: In meiner Erinnerung war es „Red Red Wine“ von UB40.

Die Erinnerung kann täuschen; sie beschönigt einiges, blendet anderes aus und lässt vieles anders aussehen, als es damals wirklich war, …

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Die Renaissance des guten alten Dampfradios

Von Klaus Bonanomi - Die Mehrheit der Menschen in Afrika hat noch nie ein Telefongespräch geführt. In Bangladesh kostet ein gewöhnlicher Computer soviel wie acht durchschnittliche Jahreslöhne. 60 Millionen Menschen in Südasien sprechen Tamil – doch in dieser Sprache gab es 2002 keine einzige Internet-​Website.

Diese wenigen Beispiele zeigen es deutlich: Der Graben zwischen den reichen Ländern des industrialisierten Nordens und den ärmeren Schwellen- und Entwicklungsländern im Süden ist auch ein „digital gap“, ein Graben …

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«du» – Wer rettet dich vor dem drohenden Ende?

Von Klaus Bonanomi - 20 Franken kostet eine Ausgabe der Kulturzeitschrift “du” im Einzelverkauf. Jetzt ist “du” für einen Franken zu haben: Für einen symbolischen Franken will das Zürcher Verlagshaus Tamedia, das neben “du” auch den Tages-​Anzeiger, die Sonntags-​Zeitung, Facts und Annabelle herausgibt, die renommierte Kulturzeitschrift verschachern.

Die Zeiten sind hart, und eine aufwendige, sorgfältig gemachte, eigenwillige, oftmals überraschende Kulturzeitschrift, die sich in jeder Nummer ausführlich einem einzigen Thema widmet, ist auch in guten Zeiten …

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„90 Jahre und rüstig wie eh und je“ – eine ungehaltene Geburtstagsrede

Von Klaus Bonanomi - Charles von Graffenried, Verleger der traditionsreichen Berner Zeitung und Präsident auf Lebzeiten beim Verlagshaus Espace Media, rüstet zum Entscheidungskampf um die Vorherrschaft im Deutschschweizer Zeitungsmarkt.

Wir schreiben ja unterdessen das Jahr 2015; in seinen 40 Jahren als Verleger hat Charles von Graffenried, wie wir wissen, sein Imperium kontinuierlich ausgeweitet, so dass er sich nun stark genug fühlt, um die letzte verbliebene Konkurrenz, das Haus Ringier (Blick, Schweizer Illustrierte, Cash etc.) zu …

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Was hat Bern mit Lebensqualität zu tun?

Von Klaus Bonanomi - Die rhetorische Frage zu stellen heisst sie zu beantworten: Nichts natürlich. Jedenfalls sieht es so der Trendguru Tyler Brûlé. „Was hat Bern mit Lebensqualität zu tun?“ fragte Brûlé unlängst in seiner Kolumne in der Sonntags-​Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung aus Anlass einer Umfrage über die Lebensqualität in verschiedenen Städten der Welt. Dass Städte wie Bern und Genf bei dieser Umfrage unter den besten zehn landeten, hat laut Brûlés Wort zum Sonntag …

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Frühlingsbeginn – oder: Was hat ein Museum mit dem Krieg zu tun?

Von Klaus Bonanomi - 21.3. in Bern – die Museumsnacht wird zum Publikumserfolg, Tausende von Menschen besuchen die 16 Museen, die bis 2 Uhr in der Früh geöffnet haben. Tagundnachtgleiche in Bern – die Nacht wird zum Tage, weil wir zu ungewohnter Stunde einen ganz anderen Blick auf Bilder und Kunstwerke werfen können…

21.3. in Bagdad – der Grossangriff auf Saddam Hussein und seine Paläste hat begonnen, tausend Marschflugkörper schlagen in der irakischen Hauptstadt ein. Tagundnachtgleiche in Bagdad …

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Kennen Sie Beni Thurnheer?

Von Klaus Bonanomi -  Was für eine dumme Frage. Natürlich kennen Sie die Stars aus dem Fernsehen, Kurt Aeschbacher und Eva Wannenmacher, Patrick Rohr und Susanne Kunz, natürlich kennen Sie Bernard Thurnheer und Katja Stauber. Sie alle kommen zu Ihnen nach Hause in die gute Stube, sie strahlen Ihnen aus den Programmzeitschriften und aus der Schweizer Illustrierten entgegen, sie kommen im Blick und auch in der übrigen Presse, wenn sie wieder mal den Partner …

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Von Menschen und Medien

Von Klaus Bonanomi – 24 Stunden hat der Tag. 2 Stunden,19 Minuten und 12 Sekunden davon verbringen wir Durchschnitts- DeutschschweizerInnen vor dem Fernseher, wie aus der Statistik für 2001 hervorgeht. Babies und blinde Menschen nicht mitgezählt, läge der Durchschnittswert wohl eher bei drei Stunden TV-​Konsum pro Kopf und Tag. 8760 Stunden hat das Jahr; 19‘133 Stunden Programmleistung erbrachte allein das Schweizer Fernsehen DRS (inkl. SF-​Info und 3-​sat) im Jahr 2001; hinzu kamen noch 235‘000 Werbespots, die …

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EDITORIAL

Von Lukas Vogelsang - Dies ist vor der Sommerpause die letzte Ausgabe von ensuite. Aber nur im Juli werden wir ohne Heft sein, ab August sind wir wieder da – sofern nichts dazwischen kommt. Über die Erfahrungen ein solches Heft für Bern zu produzieren und welche Zukunft wir haben, darüber äussere ich mich etwas ausführlicher in diesem Heft.

Ferienzeit: Eigentlich müsste sich Bern im Sommer zu einer kulturellen Metropole verwandeln. Doch Bern ist im …

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EDITORIAL

Von Lukas Vogelsang - Eigentlich müsste es jetzt kalt und nass sein, grau und düster. Eben so, wie ein richtiger Winter in Bern. Doch während ich dies schreibe, scheint mir die Sonne gemütlich ins Gesicht und der Pullover dient als Liegeunterlage. Ist das normal? Was ist denn normal? Und während ich mich diesen Fragen stelle, wird mir bewusst, dass ein Jahr vorüber ist. Doch gleichzeitig beschleicht mich das Gefühl, jenes noch gar nicht erst begonnen …

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EDITORIAL

Von Lukas Vogelsang - Kalt, grau, deprimierend: November. Ich muss gestehen, dass ich mich jedes Jahr darauf freue. Die Melancholie ist für mich die Begründung der Ästhetik. Das Novembergrau lässt jegliche Bewegung als Farbtupfer in die Welt scheinen. Diese Zerbrechlichkeit birgt für mich das Geheimnis des Lebens – ach, wie pathetisch. Doch der Berner Kulturnovember wird so jedes Mal zum Höhepunkt des Jahres.

Etwas weniger poetisch sieht es um ensuite – kulturmagazin aus. Obschon viele …

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EDITORIAL

Von Lukas Vogelsang - Der Oktober in Bern ist äusserst farbig und mulit-​kulti. Ein „Weltkultur-​Event“ löst den anderen ab, farbiger und universaler geht‘s schon fast nicht mehr. Jedenfalls für Bern. Das ist ein erstaunlich zeitgenössisches Verhalten. Und dies, in den Zeiten von politischen Neuwahlen, hat etwas Groteskes. Ein gemeinsames farbiges Kulturbewusstsein ist nämlich nicht in Sicht jedenfalls nicht in den Wahlsprüchen der PolitikerInnen. Wer am Mattefescht dabei war, hat vielleicht bemerkt, wie viele unterschiedliche Kulturen …

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EDITORIAL

Von Lukas Vogelsang - Nach dem durchschlagenden Erfolg der letzten ensuite – kulturmagazin Ausgabe, mit der netten Titelseite, sind wir motiviert noch ein Stück weiter gegangen. Und jetzt ist es offiziell: Der Bewegungsmelder und ensuite – kulturmagazin machen gemeinsame Sache. Das heisst im Klartext: Wir teilen uns die Datenbank und sammeln gemeinsam die Event-​Daten, was zur Folge hat, dass wir in unserem Heft den ganzen Agendateil zum dritten Mal in diesem Jahr überarbeitet haben. Dazu …

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