Walsers Betrachtungen zu Schriftstellern und ihren Werken

Von Belinda Meier - Robert Walser hat sich zeitlebens sehr eingehend mit Personen und Stoffen der Literaturgeschichte befasst. Seine dazu niedergeschriebenen Betrachtungen beweisen deutlich, wie sehr Walser belesen war und wie gut er darüber Bescheid wusste, wer und was in Sachen Literatur Rang und Namen hatte.

Lesen war für Walser eine äusserst kreative Beschäftigung. Sie …

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Wäre Sir Isaac nicht

Von Peter J. Betts - Wäre Sir Isaac nicht, wie der Volksmund überliefert, eine Panne passiert, würden wir uns vielleicht heute noch wundern, warum wir nach einem bösen Stolpern Nase und Hände am Boden schürfen, anstatt mit dem Hinterkopf an die Zimmerdecke zu knallen. Isaac Newton, so der Volksmund, frönte der Siesta – heutige ExpertInnen …

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Man kannte vielleicht die Namen

Von Peter J. Betts - Man kannte vielleicht die Namen der Personen, deren Stimmen morgens, mittags, abends und nachts die Nachrichten aus dem Radio in Küchen oder Wohnstuben hineintrugen. Hugo Stoll, zum Beispiel, Adrian Grütter, etwa; Frauen gab es keine. Und wenn nicht, wusste man mindestens, dass der sprach oder eben der andere. Wohl die …

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Der Gotthelfhandel – ein Plädoyer für Literatur, die etwas zu sagen hat

Von Anne-​Sophie Scholl - Eine der unbestechlichsten und mutigsten Stimmen in der Schweiz der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Berner C. A. Loosli. Lange zu Unrecht verkannt, lässt ihn die im Rotpunktverlag entstehende 7-​bändige Werkausgabe in der ganzen Breite seines publizistischen Engagements zu Wort kommen. Zwei Bände liegen vor. An den Solothurner Literaturtagen …

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Faschisten, Papageie und besoffene Ratten

Von Sarah Stähli - «Mensch und Tier begegnen sich in seltsamer Manier», meint der Autor Matto Kämpf und er weiss, von was er redet. Über Jahre hinweg hat er Episoden über kuriose Begegnungen zwischen Menschen und Tieren gesammelt: «Vermischte Meldungen» aus der Zeitung, Berichte aus der Forschung und Experiment-​Anordnungen, Erzählungen von Freunden oder selbst Erlebtes. …

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Denkmal für einen Spanienkämpfer

Von Ralph Hug - Erstmals ist eine ausführliche politische Biografie eines Schweizer Spanienkämpfers erschienen. Im Buch «St. Gallen – Moskau – Aragón. Das Leben des Spanienkämpfers Walter Wagner» steht der Lebensweg eines engagierten Antifaschisten im Zentrum.

1936 putschten rebellische Generäle gegen die junge spanische Republik. Ein Bürgerkrieg brach aus, der die ganze Welt bewegte. Am …

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Das leiseste Gefühl der Dauer

Von Peter J. Betts - Ein Blick in eine sehr gewöhnliche Tageszeitung: Die Römer Nahostkonferenz setzt den Kampfhandlungen wenig entgegen; Calmy-​Rey findet kaum Rückhalt zu ihrer Haltung beim Bundesrat, dieser aber Applaus von den Bürgerlichen und Kritik von den Linken. Ein Media Grosskaufhaus in der Region bietet Posten, Schnäppchen und Einzelstücke zu sensationellen Preisen an: …

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Preisgekrönter Zschokke

Von Belinda Meier - Matthias Zschokke hat im Rahmen des Berner Literaturfestes am Samstag um 14:00 h auf der Münsterplattform in Bern aus seinem neuen und gross gefeierten Roman «Maurice mit Huhn» gelesen. Trotz seines bemerkenswerten Schaffens und der Tatsache, dass er zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten hat, gilt er nach wie vor als «Geheimtip».

Der …

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Urs Mannhart nach dem Luchs

Von Eva Mollet - Urs Mannhart ist Schriftsteller, Velokurier und Gelegenheitsjournalist. Er wirkt ruhig, doch der Schein trügt. Urs braucht viel Bewegung. Die Frisur erinnert an Beethoven. Der Kinnbart und die Koteletten wuchern. Ausnahmsweise trägt er kein Radfahrertrikot, dafür eine Bahnwärterjacke. Die Halskette aus einzelnen Fahrradkettensegmenten abwechselnd mit zu Ringlein gebogenen Speichenstücken ist selbst angefertigt. …

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Carl Albert Loosli – Gegen die geistige Enge im Land

Von Anne-​Sophie Scholl - Carl Albert Loosli war ein Querdenker und Freigeist. Er war einer, dem die Schweiz eigentlich längst zu eng war, der sein Land aber liebte und daran litt. Seine Schriften lesen sich heute wie ein historischer Dringlichkeitskatalog und sind von verblüffender Aktualität. Zu seinen Lebzeiten war er verkannt und verfemt und war …

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Gotthelfs Elsi wird durch Stefanie Grob zum Eusi

Von Eva Mollet - Das lange Haar von Stefanie Grob birgt gewellte Turbulenzen. Sie ist dreissig Jahre alt, und ihr Lächeln entblösst eine perfekte Zahnreihe. Sie ist klein, was nicht auffällt, da sie hohe Schuhe trägt. Sie kürzt ihren Namen mit Ste ab. Ihr Sprechtempo ist rasant, überhaupt nicht Bernerinnen-​Klischeelike. Ste sprüht vor Energie und …

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Gartentor in Spitzbergen

Von Tabea Steiner - Der Künstler Heinrich Gartentor experimentiert in Spitzbergen mit der Wahrnehmung von Tag und Nacht. Die neue Sichtweise bringt Spannendes an den Tag und allerlei Wissenswertes über die Schweizer Kolonie, in der Fussball keine Rolle spielt.

 Was brachte Dich dazu, nach Spitzbergen zu reisen und dort zu arbeiten?

Der Kanton Bern …

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Wie es ist.

Von Dominik Imhof - Bild, Bewegung und Sprache. Damit beschäftigt sich seit gut 60 Jahren Robert Frank geboren 1924 in Zürich. Mit «Les Américains» (1958) wurde Robert Frank berühmt. 83 Fotografien nahm Frank in diesen Fotoband auf, nur ein Bruchteil der über 20ʻ000 Aufnahmen, die er zwischen April 1955 und Juni 1956 auf seiner Reise durch …

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Was hat Ernst Jandl mit Media Markt zu tun?

Von Klaus Bonanomi - Der österreichische Dada-​Dichter und Meister des höheren Blödsinns hat vor einigen Wochen die Texter von Bund und Berner Zeitung zu ungewöhnlicher formaler Kreativität inspiriert:

François Hollande zittert. Verliert er
die interne EU-
Abstimmung,
ist seine Au-
torität in
der Par-
tei an-
ge-

schla-
gen.

wird jedoch die Er-
wartung geäus-…

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Nur Liebhaber können das Unmögliche möglich machen

Sarah Elena Schwerzmann - Literaturübersetzer stellen sich viele Leute als poetische und romantische Menschen vor. Und es stimmt schon, dass ein literarisches Flair vorhanden sein muss. Doch der Alltag eines Literaturübersetzers ist hauptsächlich von harten Arbeitsbedingungen geprägt: Kaum einhaltbare Deadlines, konstante Stresssituationen und eine schlechte Bezahlung. Ein Job für Liebhaber also, wie zum Beispiel Werner …

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Christoph Simon oder warum Franz Obrist neben einem Dachs läuft

Von Eva Mollet - Christoph Simon spricht manchmal grossväterlich: «Ich bin geworden, der ich bin.» Und gleichzeitig blitzt in seinem Gesicht schelmische Jugendlichkeit. Das verhilft ihm dazu, eher als Schlitzohr, als mit stärkeren Ausdrücken bezeichnet zu werden, wenn er eine unliebsame Handlung vollzieht. Er kann dich angucken mit glänzenden Augen, als stünde er vor dem …

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