Rechts schiessen, links schreiben – «Billi dr Bueb» von Andreas Debatin, Matto Kämpf und Raphael Urweider

Von Sarah Stähli - Ein Gespräch mit Matto Kämpf eine Woche vor Probenbeginn

Gerber: Guete Abe. Wär Ohre het söu lose, wär Ouge het söu luege. Wär Wind säit, wird Sturm ärnte. (geht zu Billi, packt ihn am Schlawittchen) Da bisch du Cheibli. Bisch mer ab, he? Du Sougoof. Itz wärsch fasch drahcho. Kennsch mi no?
Billi: (nickt) Dr Pfarrer Gärber.

Gerber: Wie mänge hesch töt?
Billi: Nün
Gerber: (ohrfeigt ihn) Sougoof. Schäm di. Was

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Hinter Schmerz wohnt Schönheit – Felix Duméril über Risiko, Traumwelten & Schmerz

Von Stephan Fuchs - Ganz am Anfang deiner Karriere als Ballettdirektor, haben wir im Zug nach Bern über deine Visionen des Balletts gesprochen. Das war absolut spannend Félix. Jetzt sitzen wir wieder zusammen und ich vermute fast, deine Visionen sind zertrümmert.
Überhaupt nicht. Sie haben sich verändert. Rückblickend kann ich stolz sein auf die Arbeit die die Compagnie geleistet hat und ich kann meine Arbeit als Direktor und Choreograph mit gutem Gewissen betrachten. Wir haben …

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«Büchner legt einen immer wieder rein»

Von Sarah Stähli - Am 17. April wird am Berner Stadttheater die Oper Leonce und Lena uraufgeführt. Ein Interview mit dem Komponisten Christian Henking.

Warum gerade Leonce und Lena?
Ja, das war eine lange Suche. Ich bekam vom OPUS Orchester den Auftrag eine Oper zu schreiben und habe dann sicher ein Jahr lang Texte gesucht. Zuerst wollte ich eigentlich einen Text schreiben lassen. Ich habe auch Kontakt mit Autoren aufgenommen, doch da bekam ich plötzlich …

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Abenteuer auf Lust, Trost und Dramen

Von Stephan Fuchs - Ein Interview mit Stefan Suske, Berns ausgezeichnetem Schauspieler und neuen Schauspieldirektor des Stadttheater Bern.

Hast du heute auch schon viel gelogen?
Was?! Ob ich heute schon viel gelogen habe… Wie meinst du das? Das ist eine Frage der Definition… Lass mich mal sehen: andere willentlich Belügen, oder sich selber in die Tasche lügen… ich denk die Dunkelziffer beim sich selber belügen ist wohl ungemein grösser, nicht?

Oh ja, bestimmt! Ich habe

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[ob]seen – Tanzperformance nach Philippe Saire

Von Verena Endtner - Philippe Saire und seine Tanzkompanie spielen am 20. und 21. September in der Dampfzentrale das neuste Werk [ob]seen. Das Stück spielt mit dem Grenzbereich, was auf der Bühne gezeigt werden darf und was nicht mehr. Bereits im Vorfeld ist klar, dass das Stück nicht einfach sein und Diskussionen auslösen wird. Wir haben mit Philippe Saire gesprochen und versucht, etwas mehr Beweggrund und Meinung in Erfahrung zu bringen. Das Interview führte Verena …

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Narrenpack

Von Camilla Landbø - An der Nummer 30 geht’s auf einem roten Teppich die steile Treppe hinunter. Runter in einen der Altstadtkeller an der Kramgasse. Die Kasse – in einem Winkel des Foyers improvisiert – ist links unten an Treppes Ende vor dem eigentlichen Eingang. Letzte Stufen und drinnen ist man – im Kleintheater Narrenpack, das dem Wort “klein” alle Ehre macht. Die Bühne liegt gleich links und gegenüber ist die Zuschauertribüne, die den Rest …

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Emil – Le retour!

Von François Lilienfeld - Er ist wirklich unermüdlich, der Luzerner Kabarettist Emil Steinberger, im Vierundachtzigsten stehend, immer noch voller Energie – und vielsprachig! So konnte man ihn am 20. Januar im wunderschönen Goldoni-​Theater „L’Heure bleue“ in La Chaux-​de-​Fonds erleben, auf Französisch, mit saftigem, aber nie aufgesetztem oder übertriebenem Akzent. Dabei war zu beobachten, dass sehr viele Deutschschweizer sich vom zwar rauhen, aber sonnigen Klima und von der hohen Lebensqualität der Uhrenmetropole hatten anziehen lassen: Die …

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Wie aus Rosette Alima wurde

Von François Lilienfeld - Am 24. September 1943 wird Rose Wolczak (auch Rosette oder Reysl genannt) im ehemaligen Schulhaus „Les Cropettes“ in Genf interniert. Sie ist zwar französische Bürgerin, aber als Jüdin in ihrer Heimat gefährdet. Sie begibt sich daher illegal in die Schweiz. Am 29. September feiert sie noch Rosch Haschanah, das jüdische Neujahrsfest, am 16. Oktober wird sie schon über die grüne Grenze ins besetzte Frankreich zurückgeschickt. Es braucht nicht viel Phantasie, um …

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Uniform oder Der Einzelne und die Gemeinschaft

Von Fabienne Naegeli - Der sonnig heisse Festivalsommer ist Vergangenheit. Wir blicken zurück auf zwei Highlights: «Uni*Form» von Aughterlony und León am Zürcher Theater Spektakel, und «En avant, marche!» am La Bâtie, eine Kreation von Platel und Van Laecke, die in einem Schmuckstück unter den Westschweizer Bühnen gezeigt wurde.

Die neuseeländische Tänzerin und Choreographin Simone Aughterlony und der belgische Filmemacher Jorge León brachten am Zürcher Theater Spektakel ihr neustes Projekt «Uni*- Form» zur Uraufführung, das …

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Vorschau: Thomas C. Breuer: Kabarett Sauvignon

By Fabienne Schmuki Laster und Liebhaberei. Das neue Programm von Thomas C. Breuer dreht sich um den Wein. In Kabarett Sauvignon bringt er uns sein eigenes Universum des WWW näher: Weinherrlichkeit, Weinehrlichkeit und Weinerlichkeit. Wer Thomas C. Breuers exzellenten Sprach- und Wortwitz kennt, der darf sich auf ein paar edle Tropfen Schweiss unter den Achseln einstellen – der gebürtige Thüringer nimmt sein Publikum im Hochhaus am Limmatplatz mit in benachbarte alkoholische Regionen und bringt es …

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Vorschau: Ändere den Aggregatzustand deiner Trauer

By Christian Felix «Ändere den Aggregatzustand deiner Trauer» oder «Wer putzt dir die Trauerränder weg? » So kündigt sich eine Inszenierung im Theater der Künste an. Sie beruht auf Texten der Autorin und Dramaturgin Katja Brunner. Es steht die Frage im Raum, was wir mit unserer Trauer – worüber auch immer – anstellen. Ist sie im festen Aggregatszustand, liegt sie wie ein Stein im Bauch. Ist es möglich, die Trauer in einem gasförmigen Zustand sich …

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Vorschau: Zähl die Schafe rückwärts

By Christian Felix «klima»

«Theater handgemacht», verspricht das Theaterprojekt «klima» aus Kreuzlingen – und beharrt dennoch auf Professionalität. Die Mischung macht neugierig, ebenso wie die Handlung des Stücks «Zähle die Schafe rückwärts». Eine ehrgeizige Gattin treibt ihren Mann dazu, seinen Job aufzugeben und stattdessen zu Hause ein Wunderelixier zu entwickeln. Damit soll er gross herauskommen. Was dies für die Beziehung der beiden bedeutet, zeigt das Bühnenstück, und zwar so, dass es «unter die Haut geht». …

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Mit erkennbarer Poesie

By Christian Felix

Das Kleinkunstduo «Helge und das Udo» feierte im Migros Hochhaus die Schweizer Première seines neuen Programms «Ohne erkennbare Mängel». Es war erst die fünfte Aufführung des Programms überhaupt. Für dessen Gestaltung wählten die beiden Kabarettisten ein ungewöhnliches Vorgehen. Sie arbeiteten die Pressekritiken ihrer Vorstellungen durch und behoben angemahnte Mängel. Die fast zweistündige Aufführung würde sich zu keiner Einheit fügen, beanstandeten die Journalisten. Und ein Spannungsbogen fehle. Helge berichtet freimütig darüber – und …

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