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Das Schöne liegt so nah

Von Andrea Bau­mann - Ein grosszüges, helles, ver­schachteltes Zim­mer mit verträumten Winkeln, dezente Kun­st­ge­gen­stände eines Biel­er Kün­stlers und Sicht auf den Hof sowie Vogel­gezwitsch­er gefäl­lig? Oder lieber ein char­mantes Zim­mer mit Ter­rasse und Blick auf die Parkan­lage oder darf es sog­ar das ganze Dachgeschoss mit Über­nach­tungsmöglichkeit­en für vier Per­so­n­en sein? Acht indi­vidu­ell ein­gerichtete Zim­mer mit viel Liebe zum Detail bietet die zen­tral gele­gene Vil­la Lin­denegg in Biel seinen Gästen zur Über­nach­tung an. Ver­liebte, Indi­vid­u­al­is­ten, Fam­i­lien, Hochzeits­gäste sowie Geschäft­sleute find­en mit Sicher­heit ihr passendes Zim­mer. Erwäh­nenswert ist der wun­der­schöne Garten, der zum Lesen im Pavil­lon oder zum Schlafen unter einem Baum ver­führt. Aber nicht nur ruhen kann der Gast in der Lin­denegg, son­dern auch aus­geze­ich­net speisen. Das Bistro mit Win­ter­als auch Som­mer­garten lädt eben­so Tage­saus­flüger und Gesellschaften zum Ver­weilen ein.

Vom Bahn­hof kom­mend ist das Hotel in weni­gen Minuten mit dem Bus oder sog­ar zu Fuss erre­ich­bar. Von der Seevorstadt schwenkt die Rosiusstrasse ab und führt den Hügel hin­auf. Ein Quarti­er mit his­torischen Liegen­schaften und Villen zeich­nen die Umge­bung der Hote­ladresse aus. Mit­ten in der Stadt und den­noch so ruhig gele­gen, das ist nur eine der vie­len Qual­itäten, die kleinere Städte wie Biel zu bieten haben.

Die Vil­la Lin­denegg hat eine bewegte Geschichte hin­ter sich, die eng mit bekan­nten Biel­er Fam­i­lien verknüpft ist. Erbaut wurde der Prachts­bau anfangs des 19. Jahrhun­derts und wurde bis 1985 pri­vat bewohnt. Die Stadt Biel hat­te Mitte der achziger Jahre den his­torischen Bau gekauft und als Gäste­haus der Stadt weit­erge­führt. Bed­ingt durch Spar­mass­nah­men suchte die Stadt Biel zehn Jahre später nach neuen Ver­wen­dungszweck­en: Brigitte Bal­zli, Mar­i­anne Läng, Ros­marie Birch­ler überzeugten die Stadt­be­hör­den mit ihrem Hotel­pro­jekt Vil­la Lin­denegg. Hoch motiviert, mit Elan und vie­len Ideen real­isierten die drei Frauen den lang ersehn­ten Wun­sch vom eige­nen Hotel. Nach ein­er kurz­er Umbauphase erstrahlte die Lin­denegg in neuem Glanz und öffnete am 16. Juni 1996 die Pforte für Gäste aus fern und nah. Vor einem Jahr wurde das Leitung­steam um die Küchenchefin Ursu­la Trzos­ka erweit­ert. Ihre Küchen­philoso­phie ste­ht ganz im Zeichen der Hotelführung und ver­spricht vor allem eines: spezielle und indi­vidu­elle Gau­men­freuden. Dabei achtet die Küchenchefin beson­ders darauf, dass nur saisonale, mark­t­frische und biol­o­gis­che Zutat­en den Weg in ihre Küche find­en. Für exk­lu­sive Neukreatio­nen pflückt die lei­den­schaftliche Köchin hin und wieder Blüten, Früchte und Gemüse aus pri­vat­en Gärten, falls die gewün­schte Ingre­dienz auf dem Markt nicht zu find­en ist. Auch der veg­e­tarische Gourmet kommt nicht in Ver­legen­heit und kann aus ver­schiede­nen Menüvorschlä­gen auswählen. Wie wäre es also mit Zuc­chin­isalat an Zitro­nen­meliss­esauce als Entrée, gefol­gt von einem gegrill­ten Spiessli mit marinierten Kanichen­nieren auf asi­atis­chem Gemüse und Bas­matireis oder Ron­di­ni gefüllt mit frischen Pilzen serviert mit Polen­ta und zum Abschluss ein Mel­o­nen­sor­bet mit Por­to? Tönt doch ver­führerisch.

Sym­pa­thisch ist, dass wed­er bezüglich Hotel noch Küche eine Kat­e­gorisierung angestrebt wird. Brigitte Bal­zli und Ursu­la Trzos­ka dis­tanzieren sich bewusst von Klas­si­fi­ak­tio­nen wie Desig­nund Unique­ho­tel sowie Ster­nen oder Beze­ich­nun­gen wie Nou­velle Cui­sine, Neue Schweiz­er Küche oder Fusion-Kitchen. Frei nach der Idee, von allem ein biss­chen und doch eigen, ver­fol­gt die Frauschaft ihr angestrebtes Ziel, ihre Gäste run­dum zu ver­wöh­nen und zu über­raschen.

Weshalb sollte aber ein Bern­er oder Berner­in in Biel über­nacht­en? Die Stadt ist schliesslich in 20 Minuten per Bahn erre­ich­bar und bes­timmt ist die zweis­prachige Stadt den Haupt­städtern nicht völ­lig unbekan­nt. Und genau da liegt ein gewiss­er Reiz, das ver­meintlich Bekan­nte neu zu ent­deck­en. Das bilingue Flair, der See, die Reb­berge und der nahgele­gene Jura sind für den Bern­er keine Alltäglichkeit­en. Auch kul­turell und kuli­nar­isch hat die sym­phathis­che Stadt im See­land etwas zu bieten. Und ein Woch­enende in der Nähe kann manch­mal sog­ar den Hor­i­zont erweit­ern.

Hotel Vil­la Lin­denegg
Lin­denegg 5, coin-des-Tilleuls 5
2502 Biel/Bienne
Tel: 032 322 94 66; Fax: 032 322 95 66
www.lindenegg.ch

Anreise:
Mit öffentlichen Verkehrsmit­teln:
Ab Haupt­bahn­hof Bus Nr. 1/5/6/8 bis Hal­testelle Müh­le­brücke.
Mit dem Auto:
Auf dem Are­al gibt es keine Park­plätze. In der Nähe befind­et sich der Rosius­park­platz. Für Gäste beste­ht die Möglichkeit, in der Nähe des Haus­es Park­plätze zu mieten.

Über­nach­tung­spreise:
Mit­tlere Preisklasse

Der Artikel erschien unter dem Titel: «Warum auch in die Ferne schweifen? Sieh, das Schöne liegt so nah»

Bild: zVg.
ensuite, Okto­ber 2006

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Artikel online veröffentlicht: 14. August 2017