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Ein schauerliches Konzert für Familien

Von Sonja Koller und Barbara Balba Weber – Unter dem Titel «Lauschangriff» ver­an­stal­tet das Berner Symphonieorchester vier Familienkonzerte pro Saison. Diese Konzerte sind Entdeckungsreisen in die Welt der Musik. Grosse und klei­ne Ohren wer­den dabei für die Klänge des Orchesters geöff­net und geschärft.

Am Lauschangriff vom ver­gan­ge­nen 27. Februar war das Casino aus­ver­kauft: Rund 400 Schulkinder aus dem gan­zen Kanton Bern san­gen beglei­tet vom BSO Lieder aus aller Welt. Sowohl für die Mitwirkenden als auch für das Publikum war die­ses unge­wöhn­li­che Konzert ein Grossereignis, das noch lan­ge in bes­ter Erinnerung blei­ben wird!

Nun steht mit der Rattenfängerei am 17. April der nächs­te Lauschangriff vor der Tür. In die­sem Konzert spielt das Berner Symphonieorchester in der Dampfzentrale und arbei­tet mit erst­klas­si­gen Berner Künstlern zusam­men – sowie wie­der­um mit Kindern und Jugendlichen.

Die Geschichte vom Rattenfänger von Hameln ist eine schau­er­li­che Angelegenheit. Rattenschlächterei und Kindsentführung im gros­sen Stil. Puuuu … schlimm! Aber zum Glück stimmt das alles schon lan­ge nicht mehr. Von den neu­es­ten Ereignissen aus Hameln berich­tet des­halb die jun­ge TV‐​Sprecherin Florence und ver­sucht immer wie­der, mit der rasen­den Reporterin Balba in Verbindung zu tre­ten. Diese wie­der­um bemüht sich (ver­geb­lich), jugend­li­che Zeugen der Geschehnisse aus ihren vir­tu­el­len Welten und Kommunikationsmühlen raus­zu­ho­len. Um die gan­ze Geschichte (und damit die Welt) doch noch zu ret­ten, wer­den ein gros­ses Orchester, ein wil­der Schlagzeuger und zum Schluss noch das Publikum auf­ge­bo­ten. Ausgerüstet mit heroisch‐​hoffnungsvollen Klängen von Beethoven, poetisch‐​verinnerlichten Melodien von Debussy und archaisch‐​getriebener Musik des Berner Komponisten/​ Schlagzeugers Michael Wertmüller (die er extra für die­ses Programm geschrie­ben hat) tre­ten wir den Weltuntergangs‐​Szenarien mutig ent­ge­gen …

Die Rattenfängerei ist ein Konzert für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Für Kleinkinder ist sie aller­dings nicht geeig­net! Das Pub‐
likum darf sich auf eine kurz­wei­li­ge Stunde Musik und Performance freu­en. Freunde der Perkussion wer­den ganz beson­ders auf ihre Kosten kom­men: Der Schlagzeug‐​Solist Michael Wertmüller gilt als «Enfant ter­ri­ble» der expe­ri­men­tel­len Rock/​Jazz‐​Szene, und hat mitt­ler­wei­le auch in der klas­si­schen Komposition gros­se Erfolge zu ver­bu­chen. Er wur­de in Bern gebo­ren und lebt heu­te in Berlin.

Als wei­te­re Besonderheit in die­sem Konzert sind Klangteppiche und ein Schrott‐​Schlagzeug zu hören, die im Rahmen von Tönstör mit einer 6. Klasse aus Boll ent­wi­ckelt wur­den.
Tönstör ist ein inno­va­ti­ves Musikvermittlungsprojekt mit dem Ziel, jedes Kind im Kanton Bern min­des­tens ein­mal in sei­ner Schulzeit in inter­ak­ti­ven Kontakt mit avant­gar­dis­ti­scher Musik zu brin­gen. Professionelle Musikvermittlerinnen brin­gen die Musik event­mäs­sig und stu­fen­ge­recht zusam­men mit erst­klas­si­gen Musikerinnen und Musikern direkt in die Schulen des gan­zen Kantons Bern. Tönstör ist für die Schulen kos­ten­los und wird von einer unab­hän­gi­gen Projekt‐​Leitung orga­ni­siert. Das Berner Symphonieorchester betei­ligt sich seit dem Start im Frühling 2008 regel­mäs­sig an Tönstör‐​Aktionen.

www​.bern​or​ches​ter​.ch

Foto: zVg.
ensui­te, April 2010

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Artikel online veröffentlicht: 24. Oktober 2018