Wir laden zur Zeit das Archiv hoch. Deswegen hat es viele "alte" Artikel auf der Webseite.
Wir bitten um Geduld, wir haben viel geschrieben in den Jahren seit 2003 ...

Die Banalität der Show-Intellektuellen

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli -Wenn in ein­er Gesellschaft drei Fak­toren zusam­menkom­men, wird es für Men­schen lebens­ge­fährlich. Wenn der Kap­i­tal­is­mus alle Lebe­we­sen als Ware ver­packt, die an den Meist­bi­etenden ver­hök­ert wer­den, wenn diese Verd­inglichung darüber hin­aus als Fortschritt oder “natür­liche Evo­lu­tion” gepriesen wird, wenn Medi­en und Wis­senschaft die Umwand­lung der Welt in Zahlen mil­lio­nen­fach und

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Haare & Leiber spalten: Sofi Oksanen

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli — Mein erstes philosophis­ches Werk trug den Titel: «Die Macht des richti­gen Friseurs.» Darin nahm ich den Kopf­putz von Bun­deskan­z­lerin Merkel zum Anlass, um über den Medi­en­wan­del in der poli­tis­chen Berichter­stat­tung nachzu­denken. Seit­dem erkenne ich in den gängi­gen Mod­en immer wieder, was poli­tisch Sache ist – dies nicht zulet­zt am Beispiel

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Analog und digital: SWONETDAS SWISS WOMEN NETWORK

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli - Frauen sind im Netz schwieriger zu find­en. Dies stellte XING im Mai 2017 fest als sich die Blog­gerin Risa Rin­gen beim Kar­rierenet­zw­erk beklagte. „Er ist dumm, der Algo­rith­mus der Xing-Suche. Er kann nichts dafür, dass er nicht der Schlauste ist“ meint Rin­gen zunächst noch humor­voll. Doch im deutschsprachi­gen Raum ist …

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Aussergewöhnliche Zeiten brauchen aussergewöhnliche Frauen

Elif Shafak gehört zu den inspiri­erend­sten Schrift­stel­lerin­nen unser­er Zeit. Ihre Romane – Der Bas­tard von Istan­bul – lassen Wörter schmeck­en. Sie sind voller Poe­sie, Farbe, Liebe für die Men­schen, Span­nung, Tragik, Heit­erkeit und Poli­tik. Sie sind ganz anders als die existieren­den deutschsprachi­gen zeit­genös­sis­chen Werke. Völ­lig anders. Elif Shafak ist gle­ichzeit­ig eine wun­der­schöne Frau über 40, …

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Am Ende geht es einem doch immer um die laufenden Kosten

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli - Achtung, Feuil­leton­is­ten-Falle im gross­deutschsprachi­gen Raum. Machen wir zur Abwech­slung mal «Spot the dif­fer­ence“:

„Ich bin sech­sund­vierzig Jahre alt, ich heisse Paulette-Char­lotte Dubrois,
und ich has­se meinen Vor­na­men.“

„Ich bin sech­sund­vierzig Jahre alt, ich heisse Flo­rent-Claude Labrouste,
und ich has­se meinen Vor­na­men.“

Richtig.

Ersteres Werk wird als Frauen­lit­er­atur im Rat­ge­ber­bere­ich mit …

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Die Ästhetisierung des Grauens

Von Reg­u­la StämpfliTod, Konzen­tra­tionslager, Selb­st­mord und nette After-Work-Drink-Events ergeben den mor­biden Cock­tail in der von Felix Hoff­mann kuratierten Ausstel­lung “Das let­zte Bild” in Berlin. Aus­ge­hend von der irri­gen Annahme, den Tod durch das Bild zu ban­nen – dabei waren die ersten Porträts als Doku­men­ta­tion des Lebens und nicht des Ster­bens gedacht – wird …

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laStaempflis Kulturjahr 2018

Dezember: 100 Jahre Frauenwahl&Stimmrecht

Tote mutige Frauen wer­den verehrt, lebende am lieb­sten immer noch ver­bran­nt. Zwar benutzt man heutzu­tage keine Scheit­er­haufen mehr: Es genü­gen ein paar Medi­en-Män­nerrudel mit keifend­en Anti­heldin­nen an ihrer Seite, um die wirk­lich grossen Frauen­fig­uren der Gegen­wart zum Ver­s­tum­men zu brin­gen. Näch­stes Jahr wird meine (von Trolls copy­paste-geprüften) Dis­ser­ta­tion zur “strate­gis­chen Syn­these …

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Über das Menschsein

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli* - Grosse Lit­er­atur wird erst mit den Jahren als solche erkan­nt. «Ich heisse Kathy H.» So begin­nt der erschüt­ternde Roman «Alles, was wir geben mussten» des let­zten Lit­er­atur-Nobel­preisträgers Kazuo Ishig­uro.

Wie kaum ein ander­er ver­mag der 1954 in Nagasa­ki geborene Brite den Men­schen als Men­schen und dessen In-die-Welt-gewor­fen-Sein in grosse Poe­sie …

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Hannah Arendt: Die Kunst des Denkens

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli - Als ich im Jahre 2007 Medi­en, Codes und Pop­ulis­mus mit der grossen Denkerin Han­nah Arendt erk­lärte («Die Macht des richti­gen Friseurs»), stiess ich auf akademis­ches Unver­ständ­nis und medi­ales Mis­strauen. Elf Jahre später ist alles anders. Han­nah Arendt ist der Philoso­phi­es­tar der Zeit, ihre eingängi­gen Zitate wie «Nur die Gewalt ist …

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#FBM18 — Junger Mann

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - Wolf Haas ist bekan­nt für seine Bren­ner-Romane: Krim­is für Leute, die son­st keine Krim­is lesen. Der begabte, sprachge­wandte, wort­spie­lende, sehr sym­pa­this­che Schrift­steller aus Öster­re­ich hat ein neues Buch geschrieben: Junger Mann. Das Buch ist in jed­er Hin­sicht zauber­haft: Sprache, Geschichte, Imag­i­na­tion, alles, wirk­lich alles stimmt daran. Der dicke 13jährige Junge …

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#FBM18 — Kalte “Sach-Romane”: “Ida” und “Nichts, was uns passiert”

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - Das im Rowohlt Ver­lag erschienene Werk von Katha­ri­na Adler “Ida” wurde im deutschen Feuil­leton hym­nisch besprochen und lan­dete sog­ar auf der Short­list für den ZDF-“Aspekte”-Literaturpreis. Mit diesem Preis wurde vor vie­len Jahren auch die Lit­er­aturnobel­preisträgerin Her­ta Müller aus­geze­ich­net. Gewon­nen hat dieses Jahr jedoch das “MeToo”-Werk von Bet­ti­na Wilpert aus dem …

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#FBM18 — Die Sehende, Sprechende und Dichtende: Chimamanda Ngozi Adichie

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - Bei der offiziellen Eröff­nung der Frank­furter Buchmesse (9.10.2018) erzählt die grosse, charis­ma­tis­che, intel­li­gente und beein­druck­ende Chi­ma­man­da Ngozi Adichie, dass ihr eine Fre­undin, die in Frank­furt lebe, unbe­d­ingt ger­at­en habe, die Speech mit „I like Frank­furt“ zu begin­nen. Denn die Men­schen in Frank­furt seien darauf angewiesen, dass man sie möge und …

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Das rechte Blut, Francesca Melandri

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - Kranken­häuser wer­den geschlossen, Behin­derte kriegen keine Rente, die Strassen sind ein Krater­feld, ohne Bestechung gibt es keinen Stu­di­en­platz, man wartet in der Notauf­nahme Monate, ja selb­st ein gutes Stück Fleisch muss man sich beim Met­zger zuerst durch Net­tigkeit­en ver­di­enen: willkom­men in Ital­ien! Zehn­tausende von Euros wer­den für das Denkmal eines …

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Ein Fass mit Himmelsblick: Tadashi Kawamata

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - Am 6. Sep­tem­ber 2018 fand die Vernissage zum sehr gut gemacht­en Buch über “Bar­rel. Tadashi Kawa­ma­ta” im Kun­st­griff, Löwen­bräu Zürich statt. Das Buch – es gibt auch einen 9minütigen sehr sehenswerten Film über die Entste­hung des Kunst­werkes im “Kun­st­griff” – doku­men­tiert die Entste­hung von “Bar­rel” in einem Pri­vathaus in Kilch­berg. …

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Die Zeit der Medienkaiser: «Schirrmacher. Ein Porträt»

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli — Schweiz­er Medi­en­schaf­fende sind selb­stre­f­eren­ziell. Wer ausser­halb der Eidgenossen­schaft Kar­riere macht, wird mit ähn­lich­er Skep­sis betra­chtet wie James Joyce von den Iren sein­erzeit. Der grösste Schrift­steller des 20. Jahrhun­derts wurde in der Schweiz beerdigt — das irische Aus-sen­min­is­teri­um ver­bat sein­er Repräsen­ta­tion aus­drück­lich, an der Toten­feier in irgendwelch­er Form teilzunehmen. Vorher hat­te …

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Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli - Die Zukun­ft entschei­det sich daran, wie über sie gere­det wird. Seit eini­gen Jahren übertr­e­f­fen sich promi­nente Män­ner darin, Angst- und Hor­rorszenar­ien an die Wand zu malen. Das Böse verkauft sich ein­deutig bess­er als das Gute. Das Böse ver­steckt sich auch gerne im Guten, und so brauchen wir nicht lange, um …

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