Wir laden zur Zeit das Archiv hoch. Deswegen hat es viele "alte" Artikel auf der Webseite.
Wir bitten um Geduld, wir haben viel geschrieben in den Jahren seit 2003 ...

Die Zeit der Medienkaiser: «Schirrmacher. Ein Porträt»

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli — Schweiz­er Medi­en­schaf­fende sind selb­stre­f­eren­ziell. Wer ausser­halb der Eidgenossen­schaft Kar­riere macht, wird mit ähn­lich­er Skep­sis betra­chtet wie James Joyce von den Iren sein­erzeit. Der grösste Schrift­steller des 20. Jahrhun­derts wurde in der Schweiz beerdigt — das irische Aus-sen­min­is­teri­um ver­bat sein­er Repräsen­ta­tion aus­drück­lich, an der Toten­feier in irgendwelch­er Form teilzunehmen. Vorher hat­te …

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Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli - Die Zukun­ft entschei­det sich daran, wie über sie gere­det wird. Seit eini­gen Jahren übertr­e­f­fen sich promi­nente Män­ner darin, Angst- und Hor­rorszenar­ien an die Wand zu malen. Das Böse verkauft sich ein­deutig bess­er als das Gute. Das Böse ver­steckt sich auch gerne im Guten, und so brauchen wir nicht lange, um …

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Wahlen im Zeitalter der Unterwerfung

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli - Wahrheit, Wirk­lichkeit, Authen­tiz­ität: Dies ver­sprach der New­com­er Mar­tin Schulz den Mit­gliedern der deutschen SPD. Aus dem Europäis­chen Par­la­ment kom­mend, ist Mar­tin Schulz rein äusser­lich ein älter­er, klein gewach­sen­er Herr mit Bart und Brille, inner­lich aber vib­ri­erend, äusserst humor­voll, intel­li­gent, bele­sen und: ver­dammt ehrgeizig. Er bescherte der SPD jedoch zur Wende

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Bienen

Von Dr. Reg­u­la Staempfli

«Wie verwachsene Vögel balancierten wir auf unseren Ästen, das Plastikgefäss in der einen Hand, den Federpinsel in der anderen. (…) Das kleine Plastikgefäss war gefüllt mit dem luftigen, leichten Gold der Pollen, das zu Beginn des Tages exakt abgewogen und an uns verteilt wurde, jede Arbeiterin erhielt genau die gleiche Menge.
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Dazwischenzeiten

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - 1930 war ein beson­deres Jahr. Die Avant­garde der ver­gan­genen Jahre war defin­i­tiv vor­bei. Die Mod­erne befand sich auf den selt­samen Pfaden der Erschöp­fung. Die Wirk­lichkeit ein­er erfahrbaren Welt wühlte in nihilis­tis­chen, gewalt­täti­gen, her­ren­süchti­gen, finanztüchti­gen und damit feindlichen Visio­nen, die sich gegen alles Leben kehren soll­ten.

«Tag für Tag bewälti­gen wir …

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Kann man eine jüdische (schweizerische, europäische, feministische et al.) Intellektuelle sein?

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli - Kür­zlich im Buch­laden. Neben mir eine junge Frau. Sie ste­ht vor dem Regal «Shades of Grey». Die Sozi­olo­gin Eva Illouz rei­hte die Schundlit­er­atur, die sich mil­lio­nen­fach verkauft, unter «Rat­ge­ber» ein. Es gehe bei der Lob­hudelei sadis­tis­ch­er Prak­tiken um «die Sehn­sucht nach sex­ueller Frei­heit». «Don’t judge», hörte ich seit­dem regelmäs­sig, wenn …

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Der Preis des Geldes? Das Leben.

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - «Das ist doch nichts Neues», krähen die neolib­eralen Kri­tik­erin­nen und Kri­tik­er gerne, wenn sie mit unan­genehmen Ein­sicht­en kon­fron­tiert wer­den. Dabei ist dies ein klas­sis­ches Ware­nar­gu­ment, her­vorge­bracht aus einem «Leben als Kon­sum» (Zyg­munt Bau­man). Alle men­schlichen Zusam­men­hänge sollen nur noch bezüglich «neu, attrak­tiv oder sexy» kat­e­gorisiert wer­den.

Deshalb bespreche ich im …

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Die Macht der Geografie

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli — Ich erin­nere mich noch heute sehr gut daran, wie sehr ich den Geografie­un­ter­richt im Gym­na­si­um geliebt habe. Wie ich mich an meinem Pult wegträumte in weit ent­fer­nte Regio­nen der Erde, wie ich mit Sir Edmund Hillary und seinem Sher­pa Ten­z­ing Nor­gay den höch­sten Berg der Erde bestieg, wie ich auf …

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Rot ist das Blut

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli - Es waren die Frauen, die dem Rus­sis­chen Zaren­re­ich das Genick rachen. Sie demon­stri­erten am 23. Feb­ru­ar 1917 gegen die Kriegslas­ten, Krisen und unhalt­baren sozialen Zustände. Was als klas­sis­che «Bro­tun­ruhen» begann, endete in ein­er Wel­trev­o­lu­tion.

In unser­er schnell ver­glühen­den Zeit ist die Bedeu­tung der Rus­sis­chen Rev­o­lu­tion für das gesamte 20. Jahrhun­dert …

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Mehr als fremdgehen

Von Dr. Reg­u­la Stämpfli - Als ich ensuite vorschlug, Michèle Bin­swangers neues Buch «Fremdge­hen» zu besprechen, lag sofort die Aura von «Fremd­schä­men» in der Luft. Ich kon­nte förm­lich spüren, wie alle Anwe­senden dacht­en: «Ha, wussten wir es doch – la Staempfli ist die typ­is­che Fremdgän­gerin!» Bin ich tat­säch­lich, wenn wir vom «Typ» aus­ge­hen. Bes­timmte Milieus …

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Blaupause: Kein historischer Roman

Von Reg­u­la Staempfli - Pünk­tlich zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum präsen­tiert There­sia Enzens­berg­er einen Roman, der in Weimar und Dachau spielt und von der Emanzi­pa­tion ein­er tal­en­tierten Frau han­delt. Die his­torisch ver­bürgte Brut­stätte der Mod­erne in der Weimar­er Repub­lik der 1920er Jahre muss in diesem Roman hin­hal­ten für die Selb­st­suche ein­er jun­gen Autorin, die zwar einiges weiss, …

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Frei, adelig & erotisch: Anne Lister

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - Am FAZ-Stand kam ich ins Plaud­ern mit einem äusserst gutausse­hen­den älteren Her­rn, der sich als wahrer König ent­pup­pte. So hiess der emer­i­tierte Pro­fes­sor auch, der nach mein­er Namen­snen­nung, die ich ihm eine Stunde lang voren­thielt, meinte: “Mit dem Namen wer­den Sie als grosse Denkerin nie Kar­riere machen.” Wie recht er …

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Macron II: Die Heilsfigur

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - Seit der Eröff­nung der Frank­furter Buchmesse durch Emmanuel Macron und Angela Merkel kriegt sich der deutsche Feuil­leton in Lobeshym­nen über den franzö­sis­chen Staat­spräsi­den­ten nicht wieder ein. Die Verehrung, die Vergöt­terung der deutschen Pres­se­leute ver­spricht nichts Gutes. Dieser Geist zeugt von einem Poli­tikver­ständ­nis, das nach wie vor auf Führerfig­uren gepolt ist, …

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Macron I: Neoliberales Abziehbildchen

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - “Ohne Kul­tur kein Europa” – immer diese Werbeslo­gans des Mar­ket­ing-Maskottchens Macron. “Ohne Krieg auch kein Europa” riefen ihm die Stim­men in meinem Kopf zu. Zumal Macron die Kul­tur über Demokratie, soziale Gerechtigkeit und die Mark­twirtschaft – ja! sog­ar die Mark­twirtschaft! — geset­zt hat­te. Let­zteres kauft ihm nie­mand ab. Nie­mand? Par­don. …

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Bruxelles – “Die Hauptstadt”

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - Volk­er Wei­der­mann eröffnet die Frank­furter Buchmesse und begin­nt mit Robert Menasse, dem öster­re­ichis­chen Sprachkün­stler, Essay­ist, Ein­mis­ch­er, poli­tisch denk­enden Men­sch mit Hang zum Schw­er­mut, den er mit Tragigkkomik einiger­massen in Schach hält. “Die Haupt­stadt” gewin­nt den Deutschen Buch­preis 2017.  “Ihn hat es gerührt, uns hat es geschüt­telt” schreibt die FAZ dazu.…

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Pogrome des Intellekts

«Er vergass nicht einen Augenblick, dass er die «ganze Verantwortung» für «das Blatt» trug und dass er unaufhörlich Gefahr lief, eine falsche Nachricht für eine richtige zu halten, eine richtige für falsch, eine wichtige für belanglos, eine Kleinigkeit für wichtig.»

Joseph Roth Panop­tikum

 

Von Dr. Reg­u­la Staempfli - Dass die Zeit zusam­men­bricht, erkenne ich …

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