Wir laden zur Zeit das Archiv hoch. Deswegen hat es viele "alte" Artikel auf der Webseite.
Wir bitten um Geduld, wir haben viel geschrieben in den Jahren seit 2003 ...

Lüschers Roman «Kraft»: Ohne Vorstellung, dafür mit viel Willen

Von Dr. Regula Staempfli - Lüschers «Kraft» macht wütend. «Posing» nennt man im Englischen die Attitüde, sich wortgewandt über andere zu erheben. Ohne «posing» kommt man in akademischen Zirkeln nicht weit – nicht zuletzt deshalb sind wirkliche Intellektuelle in den Post-​Bologna-​Wissensindustrien – früher Universitäten genannt – nur mit der Lupe zu finden. «Habitus» ist der …

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Zeitgenosse, Anatom und Literat: Arthur Schnitzler

Von Dr. Regula Staempfli - Pornografen, unzählige Filmemacher, Literaturkenner, Psychoanalytiker und Möchte-​Gern-​Connaisseure sind über den schönen Mann, feinsinnigen Literaten, komplexcharaktrigen*  Arthur Schnitzler hergefallen. Der Name Schnitzler eröffnet offensichtlich immer denselben Reigen: Jeder 60jährige Alt-​68er langweilt den Tisch mit fürchterlich mickrigen erotischen Passagen, gewürzt mit klassischer marxistischer Kritik am viel zu “bürgerlichen” Schnitzler.

Deshalb liess ich …

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Der grosse Liebesroman 2017

Von Dr. Regula Staempfli - In meiner Jugend spielte Liebe keine Rolle. Macht, Religion, Politik und Philosophie ja, doch Liebe? Nein. Selbstverständlich hatte ich Freunde und durchaus auch körperliche Freuden, doch das, was hinter der lackierten, spiegelnden, gewölbten Oberfläche, jener Scheissromantik, die der Kommerz “Liebe” nennt, lauert, wartet, auf Erfüllung hofft und das Leben verändert, …

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«Señora Gerta»: Die Seele einer Autorin, ihrer Hauptfigur und der Ton der Zeit

Von Dr. Regula Stämpfli - Die zauberhafte Journalistin und Sachbuchautorin Anne Siegel, hat die unglaubliche Lebensgeschichte von Gerta Stern aufgeschrieben. Was heisst da aufgeschrieben? Sie hat, zusammen mit ihrer entzückenden Protagonistin, Poesie und Fakten lebendig gemacht. Anne Siegel gelingt etwas, das ich sehr bewundere: Sie baut in die Lebensgeschichten von ungewöhnlichen Menschen die Fakten so …

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Freiheit oder Kindheit? Deborah Feldman und Jeanette Winterson

Von Dr. Regula Staempfli - Es gibt zwei Bücher, die den Weg aus den selbst- und fremdgewählten Gefängnissen weisen: Deborah Feldmans „unorthodox“ und Jeannette Wintersons „Warum glücklich statt einfach nur normal?“ Beide Schriftstellerinnen erzählen vom Wert der Aufklärung, Emanzipation, Befreiung und über das Mensch-​Sein. Sie sind um einiges wichtiger als all die heteronormativen Männerromane, die …

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Neue schöne Arbeitswelt: Apple

Von Dr. Regula StaempfliFür Daniela Kickl ging ein Traum in Erfüllung: Sie durfte in Hollyhill, Cork, das sie sehr schnell «Holy Hell» zu nennen begann, bei der unfassbar coolen, schicken Silicon-​Valley-​Firma Apple anheuern. Sie schleppte Kinder und Kegel nach Wien, richtete sich in Irland, dem dunklen Herz des Katholizismus («Angela’s Ashes», Magdalenenheime etc.) …

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Das Paradies auf Zeit: Die EU und Europa

Von Dr. Regula Stämpfli - Götz Aly hat erneut ein bemerkenswertes Buch geschrieben: „Europa gegen die Juden von 1880 – 1945.“ Wer jetzt mit den Schultern zuckt und seufz: „Nicht schon wieder“, sollte eigentlich geohrfeigt werden. Denn besonders unter den aufgeklärten, jungen und wilden Linken drohen die politischen Erkenntnisse zu Völkermord, Rassismus und Vernichtung in …

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Geschichten aus der Kälte

Von Dr. Regula Stämpfli - Philipp Blom gehört zu den herausragendsten deutschsprachigen Historikern der Gegenwart. Sein «Der taumelnde Kontinent. Europa 1900 – 1914» erzählt von verzweifelten Suffragetten-​Kampagnen, dem seltsamen Leuchten namens Radium und beschreibt die «krankhafte Hellsichtigkeit» eines Neuropathen. «Die zerrissenen Jahre. 1918 – 1938» machen lebendig, wie leicht Demokratie sich überall in Diktatur verwandelt …

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Die Behelfsbetten der Kammerdiener

Von Dr. Regula Stämpfli -  Der Kulturanthropologe David Graeber hat vor zwei Jahren ein grosses Buch über Bullshitjobs, Beraterhöflinge und den zeitgenössischen Neofeudalismus geschrieben. Er erzählt von der unglaublichen strukturellen Dummheit moderner Geschäftsführung. Er erklärt den Staatskapitalismus, der „Marktfreiheit“ blökt, aber Menschen einsperrt. Deprimierend sein Schluss: Leistung zählt nicht, Effizienz zählt nicht und wer …

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Paris: Ein Flatrate-​Leben zwischen Geiz und Laster

Von Dr. Regula Stämpfli - Zehn Zeilen. Zehn Zeilen und mehr nicht. Zehn Zeilen, die uns mitten nach Paris transportieren. Zehn Zeilen, die uns in 48 Stunden aus unserem beschaulichen Schweizer Leben direkt in die Grossstadt transportieren. Zehn Zeilen, die das vertrackte Verhältnis zwischen Wahrheit und Macht explizieren. Zehn Zeilen von Gila Lustiger und Sie …

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«Hier bin ich» – oder dann doch nicht? Zum neuen Buch von Jonathan Safran Foer

Von Dr. Regula Stämpfli - Es gab nur Kalorien. Das Ricotta-​Brioche, der Linsensalat und der köstliche Brüsselersalat mussten für einmal warten. Immerhin: Es gab Kalorien und den folgenden Dialog: «Zwei Stück Roggenbrot mit samtiger Erdnussbutter, diagonal geschnitten, mit Liebe serviert.» Jacob reichte Benjy den Teller.

«Hey, das ist meins!» fing Max den Teller ab.
«Ok.

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Seidenstrasse: Eine neue Geschichte der Welt

Von Dr. Regula Stämpfli - Wir sind eine Familie mit unterschiedlichen Zungen. Die Kids waren in einer französischsprachigen Krippe, Papa kehlte auf schottisch und Mama äuäte auf bärndüütsch (d´Lorreeenä bin i). Sehr bald stellten wir fest, dass sich gewisse Vorgänge in der einen oder anderen Sprache besser ausdrücken liessen. Liebeswörter gingen auf bärndüütsch ebenso gut …

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Bonjour Moussa – je m’appelle Regula

Von Dr. Regula Stämpfli - 70 Jahre nach seinem Roman «Der Fremde» hat Albert Camus seinen würdigsten Nachfolger in Algerien gefunden.

In «Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung» gibt der grosse Kamel Daoud dem von Camus «per Zu-​fall» erschossenen «Araber» eine un-​vergessliche Stimme. Ist Ihnen «Der Fremde» fremd? 1942 verfasste Camus die Geschichte, die in …

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Parfümierte, wortreiche, handlungsarme Buchrezensionen

Es gibt ganz, ganz grosse Bücher und Autorinnen und Autoren. Wenn Bücher nicht wären, ich hätte der Welt schon längst den Rücken gekehrt. Es sind Bücher, die mir die Hoffnung in gute Menschen bewahren – selbst bei sehr, sehr, sehr bösen Schreiberinnen oder Geschichten. Das schlechte Menschenbild krieg ich nur bei Literaturkritikern, besonders im Literaturclub …

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