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Metrisch gegliederte Rhythmen und Melodien

Von Luca D‘Alessandro - Drei Personen stehen auf der Bühne und jede von ihnen spielt ihre ganz eigene Rolle: Der Hauptdarsteller ist der Dichter Enzo Paolo Gallo, der Gedanken aus seinem im Herbst erschienenen zweisprachigen Gedichtband «Venti» eröffnet. Venti, ein doppeldeutiger Begriff, der so viel heisst wie Winde oder auch zwanzig, je nach Sichtweise. Für Gallo sind denn auch beide Interpretationen zulässig: Zum einen trägt er die Gedichte mit der Leichtigkeit des Windes vor, zum anderen verweist er mit der Zahl auf sein Leben, das einmal zwanzig Jahre in Italien und einmal zwanzig Jahre in der Schweiz stattgefunden hat … oder besser gesagt, heute noch stattfindet: Der Dichter hat in Bern seine neue Heimat gefunden. Ihm gegenüber steht der Violinist Andreas Engler, der zusammen mit dem Bandoneonisten Jonatan Blaty die Texte mit Variationen aus Argentinien unterstreicht. Engler: «Wir spielen Tango, aber auch Eigenkompositionen. Dabei versuchen wir, die übliche Verteilung der Aufgaben zwischen Geige und Bandoneon zu durchbrechen.»

Das Experiment findet auf zweimal drei Ebenen statt, auf drei akustischen Ebenen und drei rhythmischen Begebenheiten, die sich voneinander grundlegend unterscheiden. Und es scheint zu funktionieren, denn: «im kleinen Rahmen haben wir es bereits ausprobiert. Es macht richtig Spass, weshalb wir nun den Schritt vor ein grösseres Publikum wagen», so Gallo.

Venti ist der zweite Gedichtband von Enzo Paolo Gallo, erschienen beim Tessiner Ulivo Verlag. Sämtliche Texte sind in der Originalsprache und in der deutschen Übersetzung im selben Büchlein abgedruckt.

Das Buch
Enzo Paolo Gallo, Venti. Il sorriso del gatto – Poesia. (2011) Edizioni Ulivo, Balerna

Foto: zVg.
ensuite, Februar 2012

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Artikel online veröffentlicht: 16. März 2019