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EDITORIAL Nr. 58 Zürich

Von Lukas Vogelsang - Sie halten soeben die erste Ausgabe von ensuite – kulturmagazin für Zürich in den Händen, eine Regio-​Ausgabe sozusagen. Und bevor Sie urteilen, möchte ich einwerfen, dass wir noch etwas Bern-​lastig sind und die Agenda noch fehlerhaft und nicht vollständig ist. Ich möchte mich schon entschuldigen für dies und für das… Doch darum geht’s nicht. Wichtig ist, dass unsere erste Nummer steht – notabene die 58ste: In Bern existiert ensuite seit fünf Jahren. Und was ensuite ist und was nicht, das werden sie selber erfahren.

Wir haben lange niemandem erzählt, dass wir nach Zürich kommen. Wir wollten keine Illusionen wecken und möglichst einen stillen Start aufbauen. Doch irgendwann in den letzten Monaten sickerte die Nachricht durch und es wurde hektisch hier. Abgrenzung ist zu einem wichtigen Thema geworden wir können unmöglich über alles berichten. Klar, dass wir versuchen, auszubauen und den Anforderungen gerecht zu werden. Das Konzept von ensuite ist eine ständige Bewegung, eine immerwährende Entwicklung. In Bern haben wir einen Namen geschaffen. Werden wir das auch in Zürich erreichen?

Es ist ein mächtiger Schritt für einen so kleinen Verlag wie den unseren, den gemütlichen Garten nach fünf Jahren zu öffnen und in die grosse weite Welt hinauszutreten. Doch ich freue mich wie ein kleines Kind. Zürich war für mich immer ein unerreichter Kindertraum. Diese Stadt riecht nach Welt, ist für mich undurchschaubar organisiert und gibt mir die Möglichkeit, anonym zu bleiben das Grossstadtgefühl eben. Suchen Sie dies mal in Bern. In unserem Nest kennt jeder jeden. Deswegen ist Zürich für uns eine fremde und oft auch unangenehme Welt: Hier muss man sich behaupten. Dieser Gedanke geht mir jetzt oft durch den Magen. Doch genau das ist spannend und treibt meine Neugier: Mit ensuite Zürich zu entdecken, brennt mir unter den Nägeln.

Ich bin sehr gespannt, liebe Leserinnen und Leser, wie Ihr Feedback ausfallen wird. ensuite ist eine Plattform und entsteht mit und aus einer Stadt. Es ist also Dein Heft, liebes Zürich, und wir fragen Dich, wer Du bist (leserbriefe@ensuite.ch).

ensuite, Oktober 2007

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Artikel online veröffentlicht: 31. August 2017